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Praxis für Pneumologie

Liebe Patientin, lieber Patient, 

wir schließen unsere Praxis für Pneumologie zum 19.12.2018. Bitte wenden Sie sich für Ihre weitere Behandlung an einen niedergelassenen Lungenfacharzt.

Wir bedanken uns bei Ihnen für das entgegengebrachte Vertrauen und wünschen Ihnen weiterhin alles Gute für Ihre Gesundheit. 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Praxisteam


Als Fachärzte für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Pneumologie sind wir auf die Diagnostik und Behandlung aller Erkrankungen der Lunge und der Atemwege spezialisiert. Unser Ziel ist es, möglichst schnell die Ursachen für Ihre Symptome wie Atemnot, Husten, Auswurf, Brustschmerz und Schnarchen zu finden und eine effiziente individuelle Therapie einzuleiten. Dafür ist eine auf Sie abgestimmte, individuelle Diagnostik notwendig.

Leistungsspektrum:

  • Körperliche Untersuchung
  • Lungenfunktionsdiagnostik (Spirometrie, Bodyplethysmographie, CO-Diffusionskapazität)
  • Blutgasanalyse
  • Unspezifische bronchiale Provokationstests
  • Belastungsuntersuchungen (Spiroergometrie, 6-Minuten-Gehtest)
  • Schlafapnoe-Screening
  • Ambulante Bronchoskopien
  • Allergietest (sogenannter Prick-Test)
 
Für Ihre Gesundheit stimmen wir uns eng mit Ihrem Hausarzt und weiteren an der Behandlung beteiligten Ärzten ab.
 
 

Für einen optimalen Behandlungserfolg und Ihre Gesundheit ist die enge Abstimmung mit Ihrem Hausarzt und weiteren an der Behandlung beteiligten Ärzten wichtig. Diese suchen wir aktiv und bitten Sie daher auch, stets alle Vorbefunde mitzubringen.

In unserer Praxis können wir eine große Bandbreite an Diagnostik und Therapie akuter und chronischer Lungen- und Atemwegserkrankungen anbieten und durchführen.

Wir kooperieren eng mit dem Lungenkrebszentrum (DKG) und dem Schlaflabor des Brüderkrankenhauses St. Josef Paderborn.

Unsere therapeutischen Schwerpunkte:

  • Diagnostik und Behandlung von Asthma, COPD, Lungenemphysem, chronischer Bronchitis
  • Schulungen Asthma und COPD
  • Subkutane Immuntherapie (Hyposensibilisierungen) bei Allergien
  • Diagnostik und Behandlung von Interstitiellen Lungenerkrankungen
  • Lungenfibrose, Sarkoidose, Lungenbeteiligung im Rahmen rheumatologischer Grunderkrankungen
  • Betreuung der Langzeitbehandlung mit Sauerstoff und häuslicher nicht invasiver Beatmung

In Kooperation mit pneumologischen Fachabteilungen in den Krankenhäusern und Physiotherapeuten: 

  • Weiterführende apparative Diagnostik und Therapie der schlafbezogenen Atemstörungen
  • Bösartige Neubildungen der Lunge und der Atemwege
  • Weiterführende Diagnostik (Endoskopie), welche im ambulanten Rahmen nicht möglich ist
  • Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie)
  • Atemtherapie, spezielle Techniken zum Entblähen der Lunge, der Sekretmobilisation und Lösen von Verklebungen des Brustkorbs
 

MVZim MediCo
Praxis für Pneumologie
Husener Straße 48
33098 Paderborn
Tel: 05251 22502
Fax: 05251 280366
pneumologie@mvz-im-medico.de

Facharzt

Beqiraj, Enver

Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie

Tel: 05251 22502
Fax:05251 280366
pneumologie@mvz-im-medico.de

Praxisorganisation

Kahmann, Melanie

Teamleitung Praxis für Pneumologie

Tel: 05251 22502
Fax:05251 280366
M.Kahmann@mvz-im-medico.de

 

Häufige Fragen

Was muss ich zum Arztbesuch mitbringen?

Damit wir unsere Zeit Ihrer Gesundheit und nicht dem Papierkram widmen können, wären wir Ihnen sehr dankbar, wenn Sie uns als neuer Patient/Patientin folgende Unterlagen mitbringen könnten:

  • Medikamentenplan mit allen Medikamenten und Arzneimitteln, die Sie einnehmen,  sowie Dosierung und Zeitpunkt der Einnahme
  • Vorbefunde in Kopie mit Röntgen- oder CT-Aufnahmen auf CD
  • Kopie von allen Arztberichten oder Befunden, wenn Sie bereits in fachärztlicher Behandlung sind/waren.
  • Ausgefüllter Patientenfragebogen

Warum bittet mich der Facharzt um eine Überweisung meines Hausarztes?

Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen Sie als Patient auch mit den Vorerkrankungen, die auf den 1. Blick vielleicht nicht direkt mit den akuten Beschwerden, die Sie zu uns geführt haben, in Zusammenhang stehen. Um dies zu berücksichtigen, ist die Entwicklung eines auf Sie zugeschnittenen Diagnostik- und Therapiekonzeptes notwendig.

Durch eine Überweisung ist die Zusammenarbeit des Facharztes mit Ihrem Hausarzt optimal gewährleistet. Die bereits erhobenen notwendigen Befunde liegen uns zum Zeitpunkt Ihrer Vorstellung bei uns vor und die bei uns erhobenen Befunde gehen dem Hausarzt umgehend zu.

Was versteht man unter Asthma bronchiale?

Asthma bronchiale ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege (Bronchien), die zu einer Überempfindlichkeit der Atemwege (sogenannte Bronchiale Hyperreagibilität) auf verschiedene Reize führen können. Dies äußert sich mit verschiedenen Symptomen wie einer anfallsweise auftretenden Atemnot, Engegefühl in der Brust, Husten oder einem pfeifenden Atemgeräusch. Bei vielen Patienten treten die Beschwerden nur zeitweise auf und es gibt Intervalle, in denen sie beschwerdefrei sind. Dabei kann die Entzündung in den Atemwegen allergisch bedingt sein (sogenanntes Extrinsisches Asthma) oder durch nicht-allergische Reize (sogenanntes Intrinsisches Asthma) ausgelöst werden.

Beim Intrinsischen Asthma spielen v.a. Infektionen der Atemwege eine Rolle. Häufig handelt es sich um Mischformen. Zusätzlich ist es wichtig, mögliche Begleiterkrankungen, die zu einer Verschlechterung der Erkrankungssituation führen können, zu erkennen und zu behandeln. Daher ist zu Beginn der Therapie ein ausführliches Anamnesegespräch als auch eine individuell abgestimmte Diagnostik notwendig. Ziel der Behandlung ist eine vollständige Symptomkontrolle. Das meint, es sollen für Sie keine Einschränkungen im alltäglichen Leben entstehen. Hierfür ist eine Kontrolle der Entzündungssituation in den Atemwegen erforderlich, die bei sehr vielen Patienten durch eine alleinige konsequente Inhalationstherapie (auch in den beschwerdefreien Intervallen) erzielt werden kann. 

Die inhalative Therapie besteht aus 2 Komponenten, die immer zusammengehören:

  • Die antientzündliche Medikation = DAUERMEDIKATION mit inhalativem Cortison.
    Diese bekämpft die URSACHE von  Atemnot / Husten. Sie ist NICHT für den Notfall geeignet, da die Wirkung erst nach ca. 3 Wochen konsequenter Anwendung eintritt.
  • Die atemwegserweiternde Medikation, sogenannte Beta-Mimetika
    Diese hilft, die Atemwege zu erweiteren, um die Beschwerden zu lindern, bekämpft jedoch nicht die Ursache. Die atemwegserweiterenden Medikamente unterteilen wir in:
    1. Kurzwirksame Medikamente: NOTFALL SPRAYS
    schneller Wirkeintritt, bei insgesamt nur kurzer Wirkung
    2. Langwirksame Medikamente unterschiedlich schneller Wirkeintritt, die Wirkung hält 12-24h je nach Medikament an.NICHT jedes langwirksame Medikament ist auch für den Notfall geeignet.

Bei Patienten die durch eine alleinige Inhalation mit inhalativem Cortison nicht ausreichend beschwerdefrei sind, werden langwirksame bronchienerweiterendes Medikamente ergänzend täglich gegeben. Die Inhalation erfolgt 1-2x/Tag je nach Wirkdauer.

Besprechen Sie Ihre Inhalationsmedikamente mit Ihrem Lungenfacharzt! 

Besonders für Patienten mit Asthma bronchiale ist ein vollständiger Verzicht auf Nikotin (Zigaretten ect.) dringend erforderlich, da es sonst zu einer dauerhaften Verschlechterung der Erkrankung kommen kann.

Wie kann ich mein Asthma kontrollieren?

Mit wenigen einfachen Fragen können Sie überprüfen, wie gut Ihr Asthma unter Kontrolle ist.
Fragebogen zum Download

Was ist eine Peak-Flow-Messung?

Eine Möglichkeit der Überprüfung der Funktion der Atemwege im häuslichen Bereich stellt die sogenannte Peak Flow Messung dar.
Das Peak Flow ist eine kleine Lungenfunktionsmessung, die bei regelmäßiger und korrekter Anwendung Aussagen über die Asthmakontrolle erlauben.
Es ersetzt keine „große“ Lungenfunktion beim Lungenfacharzt, hat allerdings den Vorteil, dass sie überall und jederzeit durchgeführt werden kann. So können auch Atemnotzustände in besonderen Situationen, z. B. am Arbeitsplatz, erfasst werden.

Was muss man bei der Peak Flow Messung beachten?

  • Vor der Messung 2 x tief ein und ausatmen, dann 1x tief einatmen
  • Die Luft kurz anhalten und mit einem kurzen, maximalen Atemstoß in das Gerät pusten.
  • Die Messung sollte 3 x wiederholt und der höchste Wert dokumentiert werden.
  • Wenn Sie ein bronchienerweiterendes Medikament inhalieren, führen Sie die Messung bitte VOR der Inhalation und 30 Minuten NACH der Inhalation durch. Notieren Sie beide Werte übereinander in der Kurve. VOR der Inhalation mit einem O und NACH der Inhalation mit einem X. Die Messungen sollten morgens nach dem Aufstehen und abends vor dem zu Bett gehen durchgeführt werden. Zusätzlich sind auch Messungen bei akuter Atemnot sinnvoll.
  • Bitte die Messungen immer im Stehen durchführen.
  • Bitte während der Messung das Peak-Flow-Gerät gerade halten.
  • Bitte darauf achten, dass die Ausatemöffnung nicht versehentlich zu gehalten wird.

Besonders wichtig ist auch zu dokumentieren, welche Besonderheiten an dem Tag vorlagen: 

  • z. B. Atemwegsinfektionen (vermehrt Husten, Auswurf), besondere Umweltbelastungen, Pollenflug , etc.
  • Wie häufig haben Sie am Tag ihr Notfallspray benötigt?

Was sagen mir die Werte?


Jeder Patient hat seinen INDIVIDUELLEN Bestwert. Dieser ergibt sich aus dem besten gemessenen Wert, während einer Phase in der das Asthma bestmöglich kontrolliert war. Vergleiche der Werte mit denen eines anderen Patienten sind daher nicht sinnvoll.

Hinweise darauf, dass das Asthma eine Verschlechterung zeigt:


1. Die Werte in der Kurve zeigen eine zunehmende Tendenz nach unten

  • Dies kann im Rahmen einer sich andeutenden Atemwegsinfektion mit drohender Exazerbation (akute Verschlechterung einer Erkrankung) auftreten
  • Manchmal gehen die Verschlechterungen der Peak Flow Kurve den Beschwerden, die Sie verspüren, voraus
  • Dies kann Ihnen helfen, die Medikamente, wie zuvor mit dem Arzt besprochen, anzupassen, um eine massive Verschlechterung zu vermeiden

2. Die Kurve VOR und NACH Inhalation weichen zunehmend auseinander

Auch dies ist ein Hinweis darauf, dass die Asthmakontrolle sich verschlechtert. Bitte wenden Sie sich an Ihren Lungenfacharzt, um Möglichkeiten für die Verschlechterung herauszuarbeiten und evt. die Therapie anzupassen.

3. Die Kurven zeigen ein stärkeres Zickzack-Muster

Auch dies ist ein Hinweis darauf, dass die Asthmakontrolle sich verschlechtert. Bitte wenden Sie sich an Ihren Lungenfacharzt, um Möglichkeiten für die Verschlechterung herauszuarbeiten und evt. die Therapie anzupassen

Ausgehend von Ihrem individuellen Bestwert gelten folgende Bereiche:

100-80% des Bestwertes: ALLES im grünen Bereich. Aktuell kein Handlungsbedarf

80- 50% des Bestwertes: Warnung. Das Asthma ist nicht vollständig unter Kontrolle. Bitte wenden Sie sich an Ihren Lungenfacharzt

< 50% des Bestwertes und begleitend klinische Beschwerden: NOTFALL

  • Nehmen Sie Ihr bronchienerweiterndes Spray sofort ein
  • Wenden Sie die atemerleichternden Stellungen und Lippenbremse an
  • Bei fehlender Besserung wiederholen Sie die Inhalation nach 5 Minuten
  • Nehmen Sie eine Tablette. Decortin (Cortison) 20 mg ein
  • Rufen Sie den Notarzt

ACHTUNG:
Ein akuter Asthmaanfall ist immer noch lebensbedrohlich. Zögern Sie NICHT umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Besprechen Sie mit Ihrem Lungenfacharzt einen auf Sie zugeschnittenen Notfallplan.

Cortisontherapie

Cortison ist ein lebenswichtiges körpereignes Hormon, welches für alle Stresssituationen unseres Organismus benötigt wird und viele Organfunktionen mitsteuert. Im Körper wird Cortison von den Nebennieren (im Bauchraum) gebildet und v.a. am Morgen gegen 5 Uhr und weniger auch in den Nachmittagsstunden gegen 16:00 Uhr freigesetzt.

In hohen Dosierungen wirkt Cortison entzündungshemmend, wodurch viele entzündliche Erkrankungen sehr gut behandelt werden können. Der am häufigsten eingesetzte Wirkstoff heißt Prednisolon.

In der Lungenheilkunde besteht der Vorteil, das Cortison über Inhalationen direkt an den gewünschten Wirkort (Atemwege/Lunge) gebracht werden kann und so Nebenwirkungen auf ein Minimum reduziert werden können.
Man ist bestrebt, die Dosierung hinsichtlich der Nebenwirkungen sowohl bei den Inhalationen, als auch bei der Therapie mit Tabletten, möglichst gering und die Dauer möglichst kurz zu gestalten. Dies ist aber manchmal erst im Verlauf einer Erkrankung bei Besserung der Symptome möglich.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Das Auftreten von Nebenwirkungen ist abhängig von der Dauer und Höhe der Dosierung.
Da Cortison an vielen Organfunktionen beteiligt ist, können eine Reihe an Nebenwirkungen auftreten, die im Folgenden den Organsystemen zugeordnet wurden:

  • Immunsystem: Schwächung des Immunsystems mit Gefährdung für Infektionen
  • Stoffwechsel: vermehrter Hunger, Gewichtszunahme, runderes Gesicht, Entwicklung einer Zuckerkrankheit oder Verschlechterung einer vorbestehenden Zuckerkrankheit, Wassereinlagerungen
    Haut: die Haut wird dünner und ist empfindlich für Verletzungen (sogenannte Cortisonhaut), bereits kleine Stöße können zu Blutergüssen führen, Pickelbildung.
  • Knochen: Vermehrter Knochenabbau (Osteoporose), daher sollte bei einer längerfristigen Cortisontherapie Vitamin D3 und Calcium zum besseren Knochenaufbau von Anfang an ergänzt werden, um diesem vorzubeugen. Calcium kann auch über die Nahrung aufgenommen werden (Tagesbedarf: 1- 1,5 g). Dies entspricht ca. 1 l Milch, aber auch alle anderen Milchprodukte wie Käse, Joghurt, Quark enthalten Calcium.
  • Psyche: Manche Patienten entwickeln unter einer Cortisontherapie eine Depression, aber es können auch Phasen auftreten in denen Sie sehr euphorisch oder eher aggressiv sind. Häufig berichten Patienten über Schlafstörungen mit einem Erwachen in den frühen Morgenstunden.
  • Augen: grauer und grüner Star. Sollten Sie unter einer Cortisontherapie eine Verschlechterung der Sehkraft bemerken, wenden Sie sich bitte an Ihren Augenarzt.
  • Herz: hoher Blutdruck.
    Magen-Darm-System: Das Risiko für Magengeschwüre ist erhöht. Insbesondere wenn gleichzeitig Schmerzmittel wie Diclofenac, Aspirin (ASS) oder Ibuprofen eingenommen werden. Dann sollte unbedingt ein Medikament zum Magenschutz zusätzlich eingenommen werden.

WICHTIG:

Sollten bei Ihnen unter der Cortisontherapie Nebenwirkungen auftreten, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf. Setzen Sie bitte die Cortisontabletten NICHT einfach ohne Rücksprache mit dem Arzt ab. Dies kann lebensbedrohliche Folgen haben. Nach einer längeren Cortisoneinnahme brauchen die Nebennieren eine Zeit bis sie selber wieder Cortison produzieren. Diese Zeit ist bei jedem Patienten individuell. Daher darf das Cortison nach einer Einahme von mehr als 3 Wochen nur langsam reduziert werden. 

Im Weiteren kann durch eine plötzliche Beendigung der Cortisontherapie eine akute Verschlechterung Ihrer Erkrankung auftreten.

Sind die Inhalationsmedikamente wichtig?

Medikamente als Tabletten oder Spritzen in die Blutbahn wirken auf den gesamten Körper und verursachen so auch viele Nebenwirkungen. Der Vorteil von inhalativen Medikamenten ist die nahezu begrenzte Wirkung auf die Lunge mit nur sehr wenigen Nebenwirkungen.

Allerdings ist es sehr wichtig, diese korrekt einzuatmen, sodass der Wirkstoff wirklich tief in den Atemwegen deponiert wird. Falls Unsicherheiten über die korrekte Einnahme bestehen, wenden Sie sich bitte an Ihren Lungenfacharzt. Nur bei einer regelmäßigen und ordnungsgemäßen Einnahme kann auch eine Wirkung und damit eine Besserung Ihrer Beschwerden eintreten.

Unter folgender Website sind auch kleine Videos mit einer Anleitung zur korrekten Inhalation aufgeführt:
www.atemwegsliga.de/richitg-inhalieren.htm

Was versteht man unter COPD?

COPD ist eine Abkürzung aus dem Englischen und bedeutet übersetzt Chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Eine Obstruktion ist eine Verengung der Atemwege, die zu Atemnot führt. Man unterscheidet bei der COPD verschiedene Ausprägungsmerkmale. Zum einen die Chronische Bronchitis, hierbei steht v.a. eine chronische Hustensymptomatik mit Auswurf im Vordergrund. Zum anderen ein sogenanntes Lungenemphysem. Das Lungenemphysem entsteht durch die Zerstörung der Lungenbläschen, die für den Gasaustausch zuständig sind. Gasaustausch bedeutet, dass der mit der eingeatmeten Luft aufgenommene Sauerstoff an das Blut abgegeben wird und das Kohlendioxid (Abgas) mit der Ausatmung abgeatmet wird.

Zusätzlich werden, durch die dauerhaft chronische Entzündung in den Atemwegen, die elastischen Fasern insbesondere in den kleinen Atemwegen zerstört. Dies führt dazu, dass die Atemwege während der Ausatmung kollabieren und Luft gefangen bleibt - eine sogenante Überblähung. Die gefangene Luft kann nicht mehr am Gasaustausch teilnehmen. Häufig bestehen Mischbilder.

Der Hauptrisikofaktor für die Entstehung einer COPD ist das Rauchen. Ca. jeder 5. Raucher entwickelt eine COPD. 

Zur Diagnostik ist v.a. eine Lungenfunktion die wichtigste Untersuchung. Wenn ergänzende Untersuchungen notwendig sind, werden diese zuvor von Ihrem Lungenfacharzt mit Ihnen besprochen.

Wann ist Husten ein ernstes Symptom?

Husten ist ein Schutzreflex der Atemwege zur Reinigung der Atemwege bei Reizungen oder Fremdkörpern.

Bei einer andauernden Hustensymptomatik sind viele verschiedene Ursachen v.a. Erkrankungen der Bronchien und Lunge, aber auch andere Erkrankungen und Ursachen zu berücksichtigen. Man unterscheidet eine akute Hustensymptomatik (welche weniger als acht Wochen besteht) und eine chronische Hustensymptomatik mit Beschwerden mehr als acht Wochen. Wichtig ist, ob bei dem Husten ein Auswurf besteht und welche Farbe dieser aufweist.

Eine akute Hustensymptomatik ist meist durch eine akute Infektion der oberen und unteren Atemwege (Bronchitis/Lungenentzündung) bedingt. Sollte eine entsprechende Behandlung nicht zu einer Besserung der Hustensymptomatik führen, ist eine weiterführende Abklärung angezeigt.

Bei einer chronischen Hustensymptomatik ist neben einer ausführlichen Anamnese eine diagnostische apparative Abklärung notwendig.

Wann ist eine lungenfachärztliche Abklärung erforderlich?

  • Ist Blut beim Auswurf dabei, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
  • Wenn der Husten mit Schmerzen im Brustkorb oder Atemnot einhergeht
  • Wenn Sie sich immer wieder beim Essen oder Trinken verschlucken und danach viel husten müssen
  • Wenn der Husten ohne erklärbare Ursache länger als vier Wochen andauert
  • Wenn der Husten von einem Gewichtsverlust – welcher nicht auf einer gewollten Diät beruht-,nächtlichem Schwitzen oder Heiserkeit begleitet wird

Kann Schnarchen Krankheitswert haben?

Schnarchen kann in der Nacht zu einer verminderten Sauerstoffversorgung des Körpers führen. Begleitend treten teilweise auch kurze Phasen eines Atemstillstandes auf (sogenannte Apnoe). Durch die Apnoe beim Schlafen und der damit verbundenen Unterversorgung des Organismus mit Sauerstoff, reagiert der Körper mit einer Stressreaktion, die zum einen zu einem unerholsamen Schlaf führt, aber auch ein Risikofaktor für Bluthochdruck, Herzinfarkte und Schlaganfälle darstellt.

Daher ist ein heftiges Schnarchen unbedingt abzuklären. Auch morgendliche Kopfschmerzen, ein sehr trockener Mund am Morgen, Tagesmüdigkeit und Konzentrationsstörungen können ein Hinweis auf eine schlafbezogene Atmungsstörung sein.

Ich habe Schlafstörungen, an welchen Arzt kann ich mich wenden?

Ihr Hausarzt wird Sie zunächst befragen und dann ggf. eine Überweisung zum Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde ausstellen, der ein Gerät einsetzt, um Ihren Schlaf bei Ihnen zu Hause in einer Nacht zu überwachen.

Die Auswertung der so gewonnenen Daten erlaubt schon eine vorläufige Diagnose. Falls weitere Untersuchungen notwendig werden, vermittelt Sie der Lungenfacharzt dann weiter in ein Schlaflabor zu einem kurzen stationären Aufenthalt. Dort wird die endgültige Diagnose gestellt und wenn nötig auch die Therapie eingeleitet.

Was versteht man unter Bronchiektasien?

Unter Bronchiektasien versteht man eine krankhafte Erweiterung der Bronchien, welche durch Entzündungsreaktionen in der Lunge ausgelöst werden, und einer Zerstörung der Bronchienwand entsprechen. Diese Erweiterungen können nicht mehr rückgängig gemacht werden. Durch die Aussackungen der Bronchien kann sich dort Sekret sammeln und zu sehr häufigen Infektionen führen.

Durch die häufigen Infektionen der Atemwege zeigt die Erkrankung einen fortschreitenden Prozess. Bronchiektasien entstehen bei mehreren Atemwegserkrankungen wie: Zystische Fibrose, COPD, nach schweren Lungenentzündungen oder Tuberkulose. Selten können Bronchiektasien auch genetisch bedingt sein und bereits bei der Geburt vorliegen.

Krankheitszeichen sind ein ständiger Husten mit sehr zähem und eitrigem Auswurf, zu einem erhöhten Anteil auch Bluthusten. Begleitend besteht eine Atemnot v.a. unter Belastung.

Antibiotika Therapien - auch inhalativ – sind wichtig, um die Infektionen zu bekämpfen. Um das richtige Antibiotikum zu wählen, sollte wiederholt das Spektrum an Keimen in dem Sekret bestimmt werden.
Ebenso wichtig wie die Antibiotikatherapie ist eine intensive Atemtherapie in der die Patienten lernen, möglichst viel des zähen Sekrets abzuhusten.

Bei einem lokal sehr begrenzten Auftreten von Bronchiektasen kann eine operative Therapie überlegt werden.

Was versteht man unter Sarkoidose?

Die Sarkoidose ist eine eher seltene Erkrankung, die meistens bei jungen Erwachsenen zwischen dem 20-40. Lebensjahr oder um das 60. Lebensjahr auftritt.

Bei einer Sarkoidose handelt sich um eine Entzündung im Körper, bei der kleine Gewebeknötchen (sogenannte Granulome) in den Lymphknoten und Organen gebildet werden. Die Ursache für die Entstehung der Entzündung ist noch nicht wissenschaftlich geklärt. Die Gewebeknötchen können es zu einer eingeschränkten Organfunktion führen. Am häufigsten sind die Lymphknoten (v.a. im Zwischenbrustraum = Mediastinum) und die Lunge betroffen. Aber auch alle anderen Organe im Körper können beteiligt sein. Bei einer Beteiligung von Milz, Leber, Nieren, Haut oder Nasennebenhöhlen treten nur sehr selten schwerwiegende Organschädigungen auf. Bei einer Beteiligung von Herz, Augen oder Gehirn /Nervensystem können bedrohliche Komplikationen eintreten, die einer Behandlung bedürfen. Meist bleibt eine Beteiligung der Atemwege und Lunge ohne Einschränkungen. In einigen Fällen kann sich jedoch eine Vernarbung der Lunge eine sogenannte Fibrose entwickeln, die zu einer schweren Einschränkung der Lungenfunktion und des Gasaustausches (Aufnahme des Sauerstoffs in den Körper) führen kann.

Die Diagnose wird durch eine Röntgen-Aufnahme / Computertomografie der Lunge gestellt und durch eine Bronchoskopie (Lungenspiegelung) bestätigt. Auf der Röntgen Aufnahme kann die Schwellung der Lymphknoten an der Lungenwurzel und im Mediastinum dargestellt werden. Die Bronchoskopie findet in Zusammenarbeit mit den Lungenfachärzten in der Klinik statt, da hier eine spezielle Bronchoskopietechnik zum Einsatz kommt, bei der mittels Ultraschall die Lymphknoten an der Lungenwurzel und im Mediastinum von den Bronchien aus dargestellt werden können und unter Ultraschallsicht dann auch hieraus Proben entnommen werden (sogenannte EBUS-TBNA = Endobronchialer Ultraschall mit transbronchialer Nadelaspiration).

Man unterscheidet zwischen der sogenannten Akuten Sarkoidose (Löfgren-Syndrom) und einer Chronischen Sarkoidose.

Die akute Sarkoidose heilt zu ca. 80% vollständig aus und bedarf nur sehr selten einer Therapie. Der Beginn der Beschwerden ist plötzlich. Es tritt hierbei eine Vergrößerung der Lymphknoten an der Lungenwurzel und im Zwischenbrustraum auf, begleitend bestehen häufig Hautveränderungen (Erythema nodosa). Dies sind meist schmerzhafte rot-bläuliche Knötchen/Schwellungen als auch schmerzhafte Entzündungen an den Sprunggelenken. Teilweise bestehen fieberhafte Temperaturen. 
Zusätzlich kann eine trockene Hustensymptomatik ohne Auswurf bestehen.

Die chronische Sarkoidose kann sehr variable Erkrankungsverläufe aufweisen, die vor allem auch von den beteiligten Organen abhängig ist. Es gibt allerdings auch bei einer chronischen Sarkoidose Verläufe, in denen die Erkrankung ohne Therapie vollständig ausheilt. Bei einer Einschränkung der Lungenfunktion, einer deutlichen Verschlechterung der Leberwerte oder einer Beteiligung von Auge, Herz oder Nervensystem ist eine Therapie mit Cortison als Tabletten angezeigt. Die Sarkoidose spricht gut auf eine Cortisontherapie an. Die Therapie sollte allerdings über 6-12 Monate fortgesetzt werden, da ansonsten sehr häufig Rückfälle auftreten.

Eine regelmäßige lungenfachärztliche Kontrolle ist über 2-3 Jahre empfehlenswert, um auftretende Komplikationen frühzeitig zu erkennen

Was ist eine Sauerstofftherapie und wann ist sie notwendig?

Unser menschlicher Organismus ist von Sauerstoff abhängig, um alle lebenswichtigen Funktionen aufrechtzuerhalten. Die Lunge spielt in der Bereitstellung von Sauerstoff für den Organismus die wichtigste Rolle. Über die Atemwege wird der Sauerstoff über die eingeatmete Luft in die Lungenbläschen gebracht. Dort findet der Austausch mit dem Blut statt. Der Sauerstoff aus der Einatemluft wird an das Blut abgegeben und unsere Abgase (Kohlendioxid) aus dem Blut an die Ausatemluft.

Bei Atemwegs – und Lungenerkrankungen kann dieser Prozess gestört sein. Wenn der Sauerstoff nur noch unzureichend an das Blut abgegeben werden kann entsteht für den Körper ein Sauerstoffmangel. Dies bemerkt man nicht als Schmerzen. Wenn der Prozess sehr langsam voranschreitet, bemerken Patienten häufig lediglich eine etwas geringere Belastbarkeit. Allerdings werden durch den Sauerstoffmangel im Körper die Organe geschädigt. Insbesondere das Herz, das Gehirn und die Nieren werden in Mitleidenschaft gezogen und können schwere Funktionsstörungen aufweisen.

Der Sauerstoffgehalt im Blut kann über eine Blutgasanalyse bestimmt werden.
Wenn der Sauerstoffpartialdruck (gelöste Sauerstoff im Blut) einen Wert von 60 mmHg unterschreitet, spricht man von einem Sauerstoffmangel im Blut (Hypoxämie). Im Bereich von 55-60 mmHg liegt eine Grauzone in der man die Werte regelmäßig überwachen sollte jedoch noch keine zusätzliche Sauerstoffgabe notwendig ist. Unter einem Wert von 55 mmHg beginnt es für den Organismus bedrohlich zu werden und eine Sauerstoffgabe ist angezeigt.

Bei manchen Patienten – insbesondere zu Erkrankungsbeginn- werden diese Werte nur bei Belastung unterschritten. Belastung meint in diesem Zusammenhang Bewegung, da der Sauerstoffbedarf des Organismus unter Belastung deutlich über dem im Ruhezustand liegt.
Wenn der Sauerstoffpartialdruck unter 55 mmHg liegt, ist eine Sauerstoffzufuhr dauerhaft, das heißt 24h pro Tag, notwendig. Sauerstoff selbst kann vom Körper nicht gespeichert werden.
Es gibt verschiedene Sauerstoff-Systeme. Wir werden in Anpassung an Ihre Lebenssituation das entsprechende System (Sauerstoffkonzentrator, Flüssigsauerstoff) wählen und Ihnen erläutern.
Weitere wertvolle Informationen finden Sie auf der Homepage der Deutschen Sauerstoffliga LOT.

www.sauerstoffliga.de

Warum sollte ich aufhören zu rauchen?

Durch das Rauchen werden Entzündungsreaktionen im Körper ausgelöst, welche zu einer chronischen Entzündung der Atemwege führt und insbesondere durch Zerstörung der elastischen Fasern die kleinen Atemwege stark einengt. Im Weiteren ist eine starke Beeinträchtigung des Immunsystems zu beobachten, sodass eine vermehrte Neigung zu Atemwegsinfektionen besteht. Diese können v.a. bei Patienten, die eine Atemwegs- oder Lungenerkrankung haben, zu einer erheblichen Verschlechterung der Grunderkrankung führen.
Bei der Verbrennung von Tabak werden 4800 Substanzen freigesetzt, von denen 250 nachgewiesen krebserzeugend sind.

Bei Patienten, die im Rahmen einer Atemwegs- oder Lungenerkrankung cortisonhaltige Präparate im Rahmen der Medikation erhalten, wurde nachgewiesen, dass Rauchen die Wirksamkeit des Cortisons deutlich abschwächt.

Wirkung des Rauchens auf die Atemwege

Angelehnt an folgende Quelle:
DKFZ Heidelberg
Stabsstelle Krebsprävention 2008
Abgebildet unter
Fakten zum Rauchen DKfZ
Durch Rauchen und Passivrauchen verursachte Atemwegs-  und Lungenerkrankungen

Warum es sich lohnt

Effekte der Zigarette

Angelehnt an folgende Quelle:
Fakten zum Rauchen DKFZ
Zehn Gründe mit dem Rauchen aufzuhören
©DKFZ Heidelberg 2008

Der Weg zum Nichtrauchen ist nicht leicht, da Rauchen eine Suchterkrankung darstellt. Aber es ist ein lohnenswerter. Der 1. Schritt zum Nichtrauchen ist der wichtigste: der unbedingte Wille, wirklich mit dem Rauchen aufzuhören. Fast alle ehemaligen Raucher berichten, das Nichtrauchen mit dem Entschluss „Heute höre ich auf!“ und damit, alle Zigaretten von jetzt auf gleich weggeworfen zu haben, begonnen habe.

Wenn Sie Fragen zu dem Thema Rauchen haben oder Nicht-Raucher werden möchten, sprechen Sie uns bitte an. Ihre Lungenfachärzte begleiten Sie gerne auf dem Weg dorthin.

Viele gute Informationen rund um das Thema: „Wie werde ich Nichtraucher“ erhalten Sie auch auf der Webseite: www.rauchfrei-info.de

 
 
 
 
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